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einsame Vierbeiner

Corona - jetzt auch bei Stray

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14.03.2020: „Oh nein“, werden Sie jetzt vielleicht denken. „Haben die sich auch alle angesteckt, und die Vermittlungsarbeit steht still?“ Oder: „Oh nein, egal, wo man hinschaut und hineinhört, Zeitungen, Fernseh- und Radiosendungen, Internet – überall nur noch ein Thema – und jetzt auch noch bei Stray!“

Nein, wir haben uns (noch) nicht angesteckt, aber ja, auch wir greifen das Thema auf, weil immer mehr Fragen zum Thema „Haustier und Corona-Virus“ gestellt werden und leider immer mehr Gerüchte gestreut werden – mit teils fatalen Folgen für Haustiere. In Deutschland ist es mit der Panik zum Glück (noch) nicht so schlimm, aber in Italien geht man davon aus, dass bereits über 2000 (!!!) Hunde (nur Hunde!) wegen der Angst vor Ansteckung in Tierheimen ("nur" in Tierheimen) abgegeben wurden, ohne Dunkelziffer.

Wir möchten Ihnen hier den derzeitigen Stand der Erkenntnis zusammenfassen.  

Haustier-Eltern müssen immer nicht nur an sich denken, sondern vor allem auch an ihre Schützlinge, und im Zusammenhang mit dem Corona-Virus beschäftigen Haustier-Eltern drei Fragen:

1. Kann ich, sollte ich infiziert sein, meinen Hund oder meine Katze (oder andere Haustiere) anstecken?

2. Kann mich mein Haustier anstecken? Immerhin können Hunde und Katzen Corona-Viren haben, und angeblich soll ja der Ausgangspunkt der Pandemie auf einem Fischmarkt, von Tieren ausgehend, erfolgt sein.

3. Was kann ich tun, um mein Tier bestmöglich versorgt zu wissen, wenn ich unter Quarantäne gestellt werde oder gar erkranke?

Wir möchten für Sie zu den ersten beiden Fragen den heutigen Stand der Erkenntnis zusammenfassen und zur 3. Frage einige Ratschläge geben.

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Zur 1. Frage: Kann ich, sollte ich infiziert sein, meinen Hund oder meine Katze (oder andere Haustiere) anstecken?

Nach heutigem Stand der Erkenntnis klipp und klar: Nein! Schreibt die WHO, die Weltgesundheitsorganisation. Denn Corona ist nicht Corona – jedes Lebewesen hat seinen „artspezifischen“ Corona-Virus. Corona-Viren gibt es „schon immer“, bei Hunden, Katzen, Menschen …. Nur nicht den jetzt in Menschen sein Unwesen treibenden COVID19 oder 2019-nCOV oder seit 11.02.2020 offiziell SARS-CoV-2 genannten Corona-Virus.

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Dennoch sollten Sie vorsichtig sein – generell, wenn Sie erkältet sind: Von Hund oder Katze sollten Sie sich in diesen Zeiten nicht ablecken lassen. Auch bei den kleinen Nagern (Kaninchen, Meerschweinchen und anderen) sollte der Kontakt während einer Erkältungs- oder Grippeerkrankung auf das Nötigste beschränkt werden. Für Hamster gilt bei einer Erkältung (allein schon bei einer banalen Erkältung, die nichts mit Grippe oder Corona zu tun hat!!!): Lebensgefahr. Und zwar für den Hamster! Also bitte in diesen Zeiten Füttern und Gehegereinigung mit Einweghandschuhen, Streicheln verboten! Niesen und Husten, wie inzwischen wohl allgemein bekannt, nicht in die Hand, sondern in den Ärmel und beim nächsten Kontakt andere Kleidung tragen.

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Der Fall aus Hongkong, der kürzlich durch die Medien ging, wo ein Hund sich angeblich bei seinem SARS-CoV-2-infizierten Frauchen angesteckt haben soll, ist zwar noch nicht abschließend geklärt. Derzeit geht man aber davon aus, dass die Viren, die bei dem Hund auf der Schnauze (außen!) gefunden wurden, vom engen Kontakt mit dem Frauchen kommen, den Hund aber nicht angesteckt haben. Denn der Hund zeigt bislang keine Krankheitssymptome.

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Zur 2. Frage: Kann mich mein Haustier anstecken?

Die Antwort ergibt sich aus der Antwort zu Frage 1: Nein, da eben jedes Lebewesen sein „artspezifisches“ Corona-Virus hat.

Und wie schon in der Antwort zu Frage 1 geschrieben: Corona-Viren bei Hunden und Katzen (und Menschen) gibt es „schon immer“. Bei Hunden äußern sich Corona-Viren allerdings nicht, wie beim Menschen, in einer Erkrankung der Lunge, sondern in blutigen Durchfällen, die behandelbar sind. Bei Katzen äußert sich das Vorhandensein von Corona-Viren im Normalfall gar nicht, viele Katzen tragen Corona-Viren in sich. In manchen Fällen (circa 5 %), wenn diese „harmlosen“ Corona-Viren mutieren, kann daraus allerdings die gefürchtete FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) entstehen.

Die Corona-Viren von Hunden und Katzen sind jedoch nicht auf den Menschen übertragbar.

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Zu Beginn der Epidemie, jetzt Pandemie, wurde behauptet, dass das neuartige Corona-Virus SARS-CoV-2 das erste Mal auf einem Fischmarkt in Wuhan/China auf Menschen übertragen wurde, von Wildtieren wie Fledermäusen und Gürteltieren, die auf diesem Markt ebenfalls zum Verzehr angeboten werden. Inzwischen wurde bekannt, dass es knapp 20 Kilometer von diesem Fischmarkt entfernt eine Forschungsstation gibt, die an Viren forscht. Wir wollen hier beileibe keine Verschwörungstheorien aufstellen, aber die ersten Informationen, wie sich Menschen mit dem neuartigen Virus angesteckt haben, werden inzwischen allgemein angezweifelt.

Zusammengefasst kann man derzeit die Frage nach einer gegenseitigen Ansteckungsgefahr von Mensch und Tier verneinen.

Und generell gilt: vorsichtig sein (über Vorsichtsmaßnahmen werden Sie über andere Websites genügend informiert), aber gelassen bleiben!

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Zur 3. Frage:

Bleibt die Frage, was ich mit meinem Tier mache, wenn ich unter Quarantäne gestellt werde oder sogar erkrankt bin. Eine Erkrankung, die einen daran hindert, seine Tiere zu versorgen, betrifft jedes Tier. Unter Quarantäne gestellt zu werden, betrifft in erster Linie Pferde (oder andere Tiere), die weg von zu Hause in einem Pensionsstall untergebracht sind, und – je nachdem, was das jeweilige Gesundheitsamt als Quarantäne anordnet – Hunde.

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Was vielleicht viele nicht wissen: IHR Gesundheitsamt entscheidet, ob SIE während einer Quarantänezeit das Haus verlassen, also mit Hund spazieren gehen dürfen (wenn Sie dabei den Mindestabstand von einem Meter zu anderen Menschen einhalten) oder nicht. Verständlich, denn das Ausmaß der Quarantäne hängt von der Wohngegend ab: In einem 20-Seelen-Weiler ist die Chance, dass man einem Mitmenschen „zu nahe“ kommt, auch wenn man auf Abstand achtet, und wie vielen Mitmenschen man bei einem Spaziergang begegnet, schließlich weitaus geringer als in der Stadt, in einem mehrstöckigen Wohnhaus mit Aufzug …. Je nach Situation, z. B., wenn Sie einen ängstlichen Hund haben, der nicht mit Fremden Gassi geht, sollten Sie mit dem Gesundheitsamt sprechen und Ihre besondere Situation erklären – und auf Einsicht hoffen.

Was auch wichtig ist: Man darf sich  während der Quarantäne beliefern lassen mit allem, was man braucht, wenn man keinen direkten Kontakt zu der Person hat, die einen beliefert. Dies zu organisieren, ist Sache desjenigen, der unter Quarantäne gestellt ist. Und ansonsten – nutzen Sie die Gelegenheit und machen es sich gemütlich, das hilft auch Ihrem Immunsystem.

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Wenn Sie „nur“ unter strengem „Hausarrest“ stehen und einen Garten haben, ist das Problem des Gassigehens weitgehend erledigt (vorausgesetzt, Sie haben Ihrem Hund antrainiert, dass er im Notfall auch mal im Garten sein Geschäft verrichten darf). O.k., der tägliche Spaziergang fehlt, aber dann muss man eben für Ersatz-Bespaßung im Haus sorgen, und Hund muss mal diese zwei Wochen überstehen, wie wir auch, mit uns. Es ist/wäre eine Ausnahmesituation, und als solche – und nur als solche! – ist/wäre eine Zeit ohne Spaziergänge durchaus akzeptabel.

Anders sieht die Sache aus, wenn Sie keinen Garten haben oder so krank sind, dass Sie Ihr(e) Tier(e) nicht versorgen können. Was mache ich dann? Diese Frage sollte man als Tier-Eltern „eigentlich“ geklärt haben, bevor eine Pandemie ausbricht. Denn die „Chance“, dass Sie auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkauf einen Unfall haben und „außer Gefecht gesetzt“ sind, im schlimmsten Fall nicht einmal auskunftsfähig sind, ist weitaus höher, als dass Sie am Corona-Virus erkranken.

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Wenn Sie also „außer Gefecht gesetzt“ sind, ob „Hausarrest“ oder krank, und keinen Garten haben, brauchen Sie jemanden, der Hund(e) Gassi führt. Nachbarn, Freunde, Familie oder ein professioneller Tierbetreuungsservice – wir können hier kein „Patentrezept“ anbieten, denn jeder „Fall“ ist anders. Vielleicht können Sie Ihren Hund bei Bekannten/Freunden mit Garten unterbringen. Eventuell könnten Sie Ihrem Hund auch beibringen, auf dem Balkon sein „Geschäft“ zu verrichten oder auf einer Katzentoilette. Letzteres kann vor allem bei kleinen Hündinnen gut funktionieren. Bitte überlegen Sie rechtzeitig, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen. Und bedenken Sie bitte, dass in Zeiten des Corona-Virus auch Ihr Nachbar oder Ihre Familienangehörigen krank sein oder unter Quarantäne stehen könnten.

Und dann wünschen wir Ihnen natürlich, dass alle angesprochenen Fälle gar nicht erst eintreten und Sie, Ihre Familie und Ihre gesamte Umgebung gesund bleiben!

Das Team von Stray-einsame-Vierbeiner e. V.

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Wir bezogen unsere Informationen aus folgenden Quellen:

Übertragung Mensch-Tier

Wuhan Forschungslabor

Wer kümmert sich bei Quarantäne um Hund

Ansteckungsgefahr für Haustiere

Gefahr für Hunde

WHO  

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